Unsere Philosophie

„Das Treffen zweier Persönlichkeiten ist wie der Kontakt zweier chemischer Substanzen: wenn es eine Reaktion gibt, werden beide transformiert.“ (C.G. Jung)

Die Arbeit mit der Kunstform „Zirkus“ ermöglichst ein offenes Produzieren an einem konkreten Thema. Es gibt kein Textbuch, an das man sich halten muß – und keine Rollen, die zu besetzen sind. Zentrum der Arbeit ist die Gruppe mit ihren aktuellen Bedürfnissen und ihren menschlichen und künstlerischen Potentialen.

Wir glauben daran, dass Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten und künstlerische Potentiale haben. Nach 14 Jahren intensiver gemeinsamer Arbeit haben wir in einem wechselseitigen Austausch mit unseren ArtistInnen einen Stil entwickelt, den wir Varieté nennen und in dieser Form in Deutschland an keinem anderen Ort praktiziert wird.

Programme zu entwickeln bedeutet für uns ein am individuellen Menschen und dem augenblicklichen Entwicklungsstand der Gruppe orientiertes tastendes Vorgehen. Wir „lauschen“ den Erzählungen und Geschichten unserer ArtistInnen und nehmen besonders ihre speziellen körperlichen Ausdrucksformen und körperlichen Beziehungen wahr. Über die „Antennenstruktur unserer Erfahrorganisation“ (Heinrich Jacoby) nehmen wir Impulse von ihnen auf - und verwandeln sie mit unserem handwerklichen Können und künstlerischem Gespür.

Wir stellen unseren Artistinnen konkrete Aufgaben und Herausforderungen, um ihre persönlichen und künstlerischen Grenzen zu erweitern. Durch die Reibungsflächen zwischen unserem professionellen Anspruch und ihren künstlerischen Impulsen entstehen in einem wechselseitigen Prozeß organisch Ideen für ihre einzelnen Darbietungen und die Programmstruktur im Gesamten.